Uhrmacherdrehbank                                                            




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Uhrmacherdrehbank
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Eine "richtige" Uhrmacherdrehbank ist heutzutage, neu gekauft, sehr teuer. Speziell für die Belange von Uhrmachern gebaut, ist sie auch anders aufgebaut wie eine "normale" größere Drehbank. Der größte Unterschied besteht darin, das der Längs- und Quervorschub aus einer abnehmbaren Einheit besteht. Dieser sogenannte Kreuztisch ist ein wichtiges Bauteil für den der die Drehbank auch für Modellbauzwecke verwenden will. Der Spindelstock besteht aus mehreren Riemenscheiben für den Antrieb und hat Aufnahmen für Spannzangen und anderes Zubehör wie zB. Dreibackenfutter, Planscheibe usw.  Man wird wohl am meisten bei einem solchen Präzisionsinstrument die Spannzangen verwenden. Direkt in die Spindelbohrung eingesetzt, bieten sie den bestmöglichsten Rundlauf. Wegen der meist verwendeten Gleitlager im Spindelstock, sind höhere Drehzahlen (> 5000 Upm) nur kurzzeitig möglich.

Die links abgebildete Drehbank ist ein Modell aus ca den 50 iger Jahren die ich günstig mit vollständigem Zubehör im Eichenholzkasten ersteigern konnte. Die Maschine wurde von mir mit einer drei-Achsen Digitalanzeige versehen. Sie besizt auch noch einen anderen Motor mit digitaler Drehzahlanzeige und einen extra Höhensupport mit einem Mini-Schraubstock.  Obwohl komplett und wenig benutzt, mußte ich einiges reparieren und ersetzen.   

Allgemeine Hinweise:
Der Kreuzsupport sollte sich gleichmäßig über den ganzen Verstellbereich mit möglichst wenig Spiel bewegen lassen.  Zur Schmierung eines Kreuzsupportes nehme ich dünnes  Motoröl (W 5-40) und die Gewindespindeln schmiere ich mit Sprühfett. Die links zu sehende Drehbank hatte auch einige Beschädigungen,  die ich aber alle beheben konnte. Dort war es die Hauptspindellagerung, die nicht stimmte und die Antriebsspindel an einer Seite  klappern ließ. Eines der fest eingepreßten Gleitlager mußte ich daher mit einer selbstgemachtgen "Ausdrückvorrichtung" um wenige  Zehntel verschieben. Ebenso hatte sich der Haltestift für die Spannzangenaufnahme eingedrückt. Dieser Haltestift ist wichtig, damit  die Spannzange sich beim festziehen nicht verdreht. Die Spindellager habe ich mit dünnem Motoröl geschmiert. Dreht man die Spindel  mit der Hand und sie läuft noch kurz nach, dann ist alles richtig eingestellt. Auch beim kräftigen Ziehen und drücken darf kein  Spiel in Längsrichtung oder ein klappern in den Lagern feststellbar sein. Die Spindellagerung muß aber trotzdem regelmäßig  geschmiert werden, ist also nicht wartungsfrei. Die Spindellagerung darf im Betrieb nicht heiß werden. Je dünner das Öl umso  besser, aber zu dünn, drückt sich das Öl wieder aus den Lagern. Trotz dieser Eigenschaften hat so eine alte Drehbank  seinen Reiz. Diese Qualität gibt es heute wohl nur noch für sehr viel Geld neu zu kaufen. Alle Teile sind vernickelt und aus bestem  Stahl gefertigt. Da der Motor dieser Drehbank mir zu groß, zu alt und zu laut war, habe ich diesen komplett ersetzt. Der Antrieb  übernimmt jetzt ein Modellbaumotor. Mit ca. 100 W Abgabeleistung und Kugellagern ist er stark genug und sehr leise. Angetrieben wird  er duch eine Elektronik die aus einem Akkuschrauber stammt. Die Handabzugsregelung davon ist in das Fußpedal eingebaut und ermöglicht eine  stufenlose Regelung der Motordrehzahl. Durch eine Drehzahlanzeige aus einem sogenannten "Powerball" kann ich die Drehzahl so etwa  von 300 bis über 5000 Umdrehungen einstellen.


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Uhrmacherdrehbank einsatzbereit
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im obigen Bild sieht man die zur Aufbewahrung mit ihrem ganzen Zubehör zusammengeschobene Drehbank. Links ist sie bereit um etwas genau zu fräsen. Ganz links hinten ist eine Akku-Starthilfe und davor das Fußpedal zu sehen. Der 12 Volt Akku von der Starthilfe speist den Motor der Drehbank. Dieser steckt noch in einem poliertem Alurohr damit die Drehbank besser aussieht. Der extra Höhensupport mit dem drehbaren Schraubstock hat keinen Messschieber, sondern eine leicht abnehmbare  digitale Messuhr mit 30 mm Bereich.  Das Messingteil an der Hauptspindel hat einen Stabmagneten und die abnehmbare Einheit darunter ist die digigale Drehzahlanzeige die aus dem "Powerballl" stammt. Dieses Sportgerät für die Hand ist nicht so teuer und man kann die Drehzahlanzeige mit Knopfzelle leicht abnehmen. Der Reedkontakt in der Anzeige ist auf einem Alublech hinter dem Messingddrehteil mit dem Magneten angeordnet. Vorteil von dieser Lösung ist der günstige Preis und die direkte Drehzahlanzeige in UPM.  Der Modellbaumotor ist ursprünglich für große Modellschiffe gedacht und hat einen langen Anker. Mit Kugellagern versehen läuft er seidenweich und man hört sogar beim Drehen das typische Geräusch wenn Messing bearbeitet wird. Außerdem habe ich die Spindellager vom Kreuzsupport  noch mit Doppelkugellagern versehen, dann dreht sich das ganze noch etwas leichter und man hat an dieser Stelle kein Spiel mehr.  Damit das ganze stabil aufgebaut  und schnell einsatzbereit ist, dient eine mehrschichtverleimte Platte als Unterlage. Zur Benutzung lässt sich die Zubehörplatte mit zwei Rändelschrauben leicht abnehmen. Eine solche Maschine sieht durch ihre Präzisionsfertigung selbst in einer Vitrine noch gut aus. Wie genau diese alte Maschine ist, zeigt eine Messung an einem Fräser in der Spannzange. Die Rundlaufabweichung beträgt nur wenige Tausendstel Millimeter!


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China-Drehbank
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Es gibt auch neu für vergleichsweise wenig Geld eine ähnlich kleine Drehbank  zu kaufen. Sie stammt aus China und ist von ihrem Aufbau wie eine Uhrmacherdrehbank aufgebaut. Lobenswert sind der wartungsfreie Antrieb mit der stufenlosen Drehzalregelung, ebenso ist zumindest bei mir das Dreibackenfutter recht genau. Alles andere ist aber schon nicht mehr so toll. Besonders der Kreuzsupport ist nach vergeblichen Einstellversuchen immer noch über die gesamten Verstellwege ungleichmäßig genau. Es ist alles an der Drehbank gröber und kommt mit der üblichen Korrosionsschutz-Schmiere aus Übersee zu einem.   Ganz schlimm wurde es erst als ich einen kleinen Satz von Spannzangen direkt für die Spindelaufnahme gekauft hatte. Eine klappernde Spannmutter mit 0,4mm Spiel und eine schon mit dem bloßen Auge zu erkennende Rundlaufungenauigkeit an einem Fräser gemessen. von mehreren Zehnteln Millimetern   verdarben mir schnell den Spaß.

Die Maschine ist jetzt mit einem gebrauchten Kreuzsupport von einer "richtigen" Uhrmacherdrehbank versehen, der ohne große Anpassungen auf diese Maschine passte. Bei dem ersteigerten Support schien anfangs alles einwandfrei, bis ich merkte das der Haltering auf der Spindel-Kurbelseite vom Oberschlitten lose war. Es war  der Verbindungsstift gebrochen, den ich glücklicherweise ersetzten konnte. Man sieht also das man auch bei gebrauchtem guten Zubehör Pech haben kann.  Dieser Support ist spielfrei einzustellen und trotzdem leichtgängig zu drehen, würde aber neu richtig viel Geld kosten.  Immerhin benutze ich die Maschine für genaues Sägen von dünnen Blechen mit einem selbstgebauten Sägetisch.






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