Accutron-Test-Set Modifikation                                                             home

Accutron-Test-Set

Mit  diesem Test-Set welches damals für diese Uhren entwickelt wurde, lassen sich die Spannung der Knopfzelle  und die Stromaufnahme der Uhr prüfen. Zum Einstellen des Klinkensystems liefert es außerdem eine je nach Kaliber verschiedene Spannung.

Damals hat man  zum Betrieb der  Uhren  Quecksilberoxidzellen mit 1,35 Volt benutzt. Heute werden aus Umweltgründen nur noch Silberoxidzellen mit 1,55 Volt hergestellt.

Auch dieses Test-Set ist für dem Betrieb mit den Quecksilbeoxidzellen ausgelegt, so daß beim Betrieb mit den Silberoxidzellen eine zu hohe Spannung bei der Schalterstellung "Low Amplitude" entsteht.
Praktisch bedeutet dies, das beim Einstellen des Klinkensystems eine zu hohe Amplitude entsteht, die eine genaue Einstellung erschwert. Wie in der Original-Reparaturanleitung und auch auf meiner Seite Toleranzbereich der Stimmgabelamplitude ersichtlich wird, läßt sich die Uhr am genauesten einstellen, wenn die Stimmgabelamplitude etwas mehr als eine Zahnlänge beträgt.

Um sozusagen die alten Verhältnisse wiederherzustellen, habe ich das Test-Set um eine regelbare Spannungsquelle erweitert. Dort wo die Knopzelle hineingehört, ist jetzt ein Potentiometer, mit dem die Spannung stufenlos von 0,6 bis 1,54 Volt eingestellt werden kann. 

Mit dieser regelbaren Spannungsquelle kann außerdem eine Endkontrolle des Klinkensystems durchgeführt werden, indem man prüft bei welcher Mindestspannung sich das Klinkenrad noch dreht.




Spannungsregler-Verdrahtungsschema

Diese Schaltung ist insofern etwas besonderes, da sie mit nur 1,5 Volt auskommt und sich trotzdem von etwa 0,7 Volt bis fast zur Maximal-Eingangsspannung  regulieren läßt. Außerdem ist sie einfach aufzubauen.  Die Stabilität der Spannung ist für diesen Zweck völlig ausreichend, bei einem Strom von 5 mA beträgt der Spannungsänderung nur 0,04 Volt. Der Spannungsabfall wird aber über 5 mA deutlich ansteigen. (Alle Werte bei einer Ausgangsspannung von 1,35Volt gemessen)  Im normalen Betrieb braucht die Uhr aber nur  einen Strom von weniger als 0,01 mA.

Man könnte auch einen fertigen Spannungsregler nehmen, da hätte ich aber ein ungutes Gefühl, da die Eingangsspannung meistens  über 1,5 Volt liegen muß.

Der Eingang der Schaltung wird mit einer Mignon-, oder auch einer Silberoxidzelle verbunden. Der Ausgang der Schaltung kommt an die Drähte die im Test-Set mit der Knopzellenmulde verbunden waren.

Die Anschlüsse der Bauteile sind im Verdrahtungsschema von der Draufsicht gezeichnet.

Sollte sich die Spannung am Ausgang nicht bis fast an die Eingangsspannung regeln lassen, muß der Widerstand mit 6,8 K etwas höher gewählt werden.





Platine

Spannungsgegler-Platine

Die  Schaltung ist auf einer  Lochrasterplatine aufgebaut und auch hier  sind die Bauteile fast so wie im obenstehenden Verdrahtungsschema angeordnet.

Die kleine Platine habe ich innen im Gehäuse vom Test-Set in der Nähe des Instruments mit Doppelklebeband befestigt und dann eine Mignonzelle ebenso im Gehäuse festgeklebt. 

Zur Kontrolle muß unbedingt an den Ausgangsdrähten des jeweiligen Kalibers in der Stellung "Read Microamperes" die Spannung mit einem Digitalvoltmeter nachgemessen werden. So von 0,7 Volt bis fast zur vollen Batteriespannung muß der Regelbereich sein.

Gleichzeitige Spannungs- und Stromanzeige

Test Set Voltmeter

Zur meiner Bequemlichkeit habe ich das Test Set noch um eine Spannungsanzeige erweitert. Diese läßt es zu, auch in der Stellung " Read Microamperes" und "Low Amplitude" die jeweilige Spannung abzulesen. Dazu ist aber nur ein hochomiges Digitalvoltmeter geeignet, ansonsten würde sich die Stromanzeige vom Test Set bei der Zuschaltung der Spannungsanzeige zu sehr ändern. Außerdem muß auch noch ein Umschalter eingebaut werden, der das Digitalvoltmeter jeweils parallel zu den beiden Ausgangsdrähten umschaltet. Das Voltmeter wird also jeweils an den beiden plus Ausgangsdrähten der Kaliber umschaltbar angeschlossen. Das sind die in meinem Umbau über dem Poti sichtbaren Schalter die jeweils zum Ein-und Ausschalten des Voltmeters und zum Umschalten vorgesehen sind. Eigentlich reicht es aber aus, wenn man das Potentiometer mit einer Skala versieht, an der man die Spannung (nicht so genau) ablesen kann. Für die normale Einstellung reicht es sogar aus, wenn das Poti eine Markierung bei 1,35 Volt erhält.

Wem die Begriffe Spannung, Strom, Innenwiderstand oder Spannungsabfall nicht so geläufig sind, der sollte die Modifikationen vom Test-Set besser jemandem überlassen der sich damit auskennt.

Einstellung vom Klinkensystem

Amplitude 1 Zahn

Wie auch in der deutschen Serviceanleitung auf Seite 10 vom Kaliber 214 steht, ist es  für den einwandfreien Lauf der Uhr wichtig, das die Einstellung des Klinkensystems mit einer Amplitude von etwas mehr als einer Zahnlänge durchgeführt wird. Das ist aber beim Einsetzen einer Silberoxidzelle in dem Test-Set nicht mehr der Fall, da die Amplitude dann höher ist und die Einstellung ungenauer werden lässt.

Zur Einstellung des Klinkensystems stelle ich den Spannungsregler auf 1,35 Volt  und gehe dann so vor wie es in der Anleitung steht. Dreht man  den Schalter auf "Low Amplitude" wird der Uhr eine niedrigere Spannung, die je nach Kaliber etwas verschieden ist,  zugeführt. 

Bei der eigentlichen Einstellung dreht sich das Klinkenrad bei der ersten Annäherung der Sperrklinke an das Klinkenrad unregelmäßig, da es sozusagen nur die Zähne "ankratzt".  Dreht man den Exenter weiter, so steht das Rad solange still, bis sich die Sperklinke um einen Zahn weiter an die richtige Position geschoben hat. Das ist dann die endgültige Einstellung die das Klinkenrad bei einer Amplitude von etwas über einem Zahn gerade drehen lässt. Bei der eigentlichen Einstellung des Klinkenabstandes mit dem Exenter der Sperrklinkenbrücke habe ich die beiden Blockierschrauben schon fast fest angezogen. Sind diese zu lose, verstellt sich der Abstand der Klinken beim Anziehen wieder.

Knopfzellenadapter

Knopfzellenadapter

Da es  mich sehr gestört hat, das die Anschlußdrähte vom Test-Set so steif sind, habe ich diese mit dünnerer Litze etwas verlängert, und an das Ende eine Atrappe einer Knopfzelle, passend für die Uhr angelötet.

Es handelt sich um eine kleine Schnurrolle aus Kunststoff mit einem Loch in der Mitte und zwei mit Doppelklebeband befestigten Spring-Tastenkontakten ( vom alten Taschenrechner)  Die Kontakte mit den dünnen Drähten müssen verlötet werden. Das geht, wenn man die Kontakte an der Lötstelle etwas anschabt.

Das ganze kann dann so wie im Bild links oder besser aussehen. Wichtig ist besonders die Isolierung zwischen Plus-und Minus Anschluß und das einwandfreie verlöten der Drähte.

Die Atrappe legt man in die Uhr, schließt den Bügel und kann dann die Justage oder eine Kontrolle vornehmen, ohne daß man befürchten muß das die dicken Drähte  die Uhr bewegen oder gar abspringen.







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